TennisVon Sijin

Tennisübungen für Anfänger: So kommt der erste Ballwechsel zustande

Diese Tennisübungen für Anfänger führen von der Ballkontrolle allein zum gemeinsamen Kleinfeldspiel. Vergrößert den Abstand, wenn ihr beide Zeit zum Schlagen habt.

Ein Spieler trifft einen Vorhandball mit der rechten Hand auf einem Tennisplatz im Freien

Der erste Ball geht übers Netz, der zweite über den Kopf deines Partners. Ihr habt euch gerade hingestellt und müsst schon wieder Bälle sammeln. Das passiert am Anfang häufig. Es muss weder an fehlender Kraft noch am falschen Schläger liegen. Vielleicht ist die erste Aufgabe einfach noch zu schwer.

Diese Tennisübungen für Anfänger machen den Einstieg in einen Ballwechsel leichter. Zuerst lernst du, einen aufspringenden Ball selbst zu kontrollieren. Danach spielt ihr aus kurzer Entfernung miteinander. Erst wenn ihr beide einen gut erreichbaren Ball zurückspielen könnt, geht ihr weiter auseinander. So bekommst du mehr Schläge, bei denen du etwas wahrnehmen und verändern kannst.

Die Übungen richten sich an Erwachsene, die neu anfangen oder nach langer Pause zurückkommen. Du brauchst einen angenehm zu haltenden Schläger, einige Bälle und einen sicheren Platz. Für die späteren Übungen kommt ein Partner dazu. Druckreduzierte Bälle können auch Erwachsenen helfen; sie sind nicht nur für Kinder gedacht. Frag im Verein oder bei einem Trainer, welche Bälle und Übungsflächen verfügbar sind.

Vor den Tennisübungen: Abstand verkürzen, Ziel vergrößern

Ihr müsst nicht gleich an der Grundlinie stehen. In der Nähe der Aufschlagfelder lässt sich ein kurzer, kooperativer Ballwechsel aufbauen. Wählt den Abstand nach eurem Können und lasst genug Platz zum Schwingen und Bewegen. Sammelt lose Bälle vorher ein und legt Ersatzbälle außerhalb der Laufwege ab.

Vereinbart, was bei dieser Übung ein guter Schlag ist: Der andere bekommt Zeit und kann angenehm zurückspielen. Es geht noch nicht um Überraschungsangriffe, Linien oder Gewinnschläge. Nutzt ein großzügiges Zielfeld und lasst dem Ball ausreichend Höhe über dem Netz. Ein unerreichbarer Ball beendet genau den Ballwechsel, den ihr gerade üben wollt.

Halte die Schlagbewegung zunächst überschaubar. Drehe zur Vorbereitung die Schultern und passe den Abstand zum Ball mit kleinen Schritten an. Warte nicht, bis der Ball direkt am Körper ist und du nur noch mit eingeklemmtem Ellenbogen schlagen kannst. Umgekehrt solltest du auch nicht mit vollständig gestrecktem Arm hinterherreichen müssen. Ein deutlich misslungenes Zuspiel dürft ihr abbrechen und neu beginnen.

Du musst am ersten Tag nicht alle Griffnamen kennen. Für die grundlegende Vorhand kommen etwa ein Eastern-Griff oder ein gemäßigter Semi-Western-Griff infrage. Lass einen Trainer deine Handhaltung und die Schlagfläche beim Treffen ansehen, wenn du unsicher bist. Suche eine entspannte Bewegung nach vorn, statt den Griff fest zusammenzupressen oder das Handgelenk absichtlich zu verriegeln.

Übung 1: Einen aufspringenden Ball kontrollieren

Suche eine freie Fläche, auf der du niemanden mit dem Schläger berühren kannst. Lass den Ball auf den Boden fallen und tippe ihn nach dem Aufspringen mit dem Schläger leicht nach oben. Er darf wieder aufkommen. Passe deine Position mit den Füßen an und halte die Höhe so, dass du den nächsten Kontakt bequem erreichen kannst.

Am Anfang kannst du den Ball nach jedem Tippen mit der freien Hand fangen. Das gibt dir Zeit zu sehen, wohin er geflogen ist. Wandert er immer nach vorn, beobachte die Schlagfläche und die Richtung deiner kleinen Bewegung. Fliegt er zu hoch, nimm Kraft heraus. Du sollst eine Änderung und ihre Wirkung erkennen können, statt ständig hinterherzulaufen.

  1. Lass den Ball etwas seitlich vor deinem Körper fallen.
  2. Tippe ihn nach dem Aufspringen mit dem Schläger sanft nach oben.
  3. Beobachte Höhe und Richtung. Fange ihn bei Bedarf und richte dich neu ein.
  4. Wenn du ihn kontrollierst, verbinde mehrere Bodenkontakte, ohne jedes Mal zu fangen.

Das ist eine Übung für Koordination und Ballgefühl, keine vollständige Grundlinienvorhand auf der Stelle. Ein langsamerer Ball kann den Einstieg erleichtern. Wird daraus eine Verfolgungsjagd, geh wieder zum einmaligen Tippen und Fangen zurück.

Danach kannst du den Ball selbst fallen lassen und nach dem Aufspringen mit einer sanften Vorhand nach vorn spielen. Wähle einen großen, sicheren Zielbereich. Bereite die Schulterdrehung vor, halte Abstand zum Ball und bleibe nach dem Schlag im Gleichgewicht. Übertrage zunächst den kontrollierten Kontakt in die Vorwärtsbewegung. Die Geschwindigkeit darf warten.

Übung 2: Im Kleinfeld miteinander spielen

Stellt euch gegenüber ungefähr in der Nähe der Aufschlaglinien auf und passt die Entfernung an. Beginnt mit einem weichen Zuspiel von unten. Der Ball springt auf und wird in einen gut erreichbaren Bereich zum Partner zurückgespielt. Das Tempo soll beiden Zeit zum Drehen, Positionieren und erneuten Vorbereiten lassen.

Auch das Zuspiel gehört zur Übung. Landet der erste Ball direkt an den Füßen oder springt über Schulterhöhe, muss der Empfänger schon retten. Ein geduldiges, passendes Zuspiel hilft hier mehr als ein schneller Schlag. Startet bei einem schwierigen ersten Ball neu, statt jeden Abbruch als Fehler des Anfängers zu bewerten.

Spielt zunächst in eine angenehme Vorhandposition. Achte vor allem auf Abstand und Treffgefühl. Wenn ihr bereit seid, kommt die Rückhandseite dazu. Das Ziel bleibt ein gemeinsamer Ballwechsel. Diese Tennisübungen für Anfänger setzen nicht voraus, dass du Vorhand, Rückhand und Aufschlag bereits beherrschst.

Nimm den Schläger nach jedem Schlag wieder vor den Körper und beobachte den nächsten Ball. Bleib nicht stehen, um deinem guten Schlag nachzusehen. Selbst wenn dein Partner immer in dieselbe Gegend zielt, sind meist kleine Schritte nötig. Lass die Füße den Abstand früh anpassen, statt am Ende alles mit dem Arm auszugleichen.

Bricht der Ballwechsel sofort ab, verkürzt die Entfernung oder nutzt langsamere Bälle. Ihr könnt auch vorübergehend einen Ball zuspielen, einmal zurückschlagen und dann fangen. Sobald der einzelne Rückschlag angenehm gelingt, hängt ihr den nächsten dran. Schnelleres Zuspiel ist dafür noch nicht nötig.

Übung 3: Schrittweise weiter auseinandergehen

Wenn ihr aus kurzer Entfernung kontrolliert miteinander spielen könnt, geht etwas zurück. Wechselt nicht sofort vom Aufschlagfeld in ein schnelles Grundlinienduell. Prüft am neuen Standort, ob der Ball mit passender Höhe ankommt und der Partner weiterhin Zeit zur Vorbereitung hat.

Mehr Entfernung verlangt mehr Länge, aber keinen plötzlichen Kraftakt. Vergrößere die Vorwärtsbewegung allmählich, ohne den angenehmen Treffpunkt aufzugeben. Musst du sofort nach dem Ball greifen oder hektisch zuschlagen, ist der Abstand gerade noch zu groß. Geh wieder etwas nach vorn und stelle den Ballwechsel her.

Lasst das Zielfeld zunächst großzügig. Wenn ihr gleichzeitig weiter zurückgeht und eine winzige Ecke treffen wollt, lässt sich die Ursache der Fehler schwer erkennen. Ändert eine Sache. Funktioniert der neue Abstand, könnt ihr eine grobe Spielrichtung oder zwei gut erreichbare Bereiche vereinbaren.

Beobachte, was zuerst kippt. Bleiben die Bälle kurz, weil du kaum noch durchschwingst? Werden sie lang, weil du plötzlich beschleunigst? Oder bewegen sich die Füße nicht mehr und der Treffpunkt wird unbequem? Das sind unterschiedliche Probleme. Eine wiederkehrende Schwierigkeit zu erkennen hilft mehr, als lange weiterzuspielen, ohne zu wissen, was du ändern möchtest.

Es gibt keine für alle passende Zahl an Ballwechseln, die du vor dem Zurückgehen erreichen musst. Können beide rechtzeitig vorbereiten, bequem treffen und den nächsten Ball spielen? Dann probiert etwas mehr Entfernung. Muss einer nur noch retten, erleichtert ihr die Aufgabe gemeinsam.

Wenn die Tennisübungen noch nicht rundlaufen

Der Ball kommt zu nah an den Körper. Schau, ob du nach dem Aufspringen nur wartest. Schaffe mit kleinen Schritten Raum für den Schlag. Geh zu vorhersehbaren Zuspielen zurück und passe den Abstand an, bevor die Vorwärtsbewegung beginnt.

Der Ball fliegt ständig hinter die Grundlinie. Reduziere das Tempo und beobachte die Schlagfläche beim Treffpunkt. Nicht jeder lange Ball verlangt ein kräftiges Herunterschneiden. Probiere bei einfachem Zuspiel eine ruhigere Bewegung. Wiederholt sich dasselbe Kontaktproblem, lass einen Trainer vor Ort darauf schauen.

Beim vorsichtigen Spielen landet alles im Netz. Kontrolle heißt nicht, die Bewegung abzubrechen und den Ball nur anzustupsen. Gib ihm etwas Höhe über dem Netz und lass den Schlag natürlich weiterlaufen. Aus kürzerer Entfernung kannst du dieses Gefühl finden, ohne zugleich viel Länge erzeugen zu müssen.

Euer Spielniveau ist sehr unterschiedlich. Richtet die Aufgabe nach dem Anfänger aus. Der erfahrenere Partner spielt langsam in erreichbare Bereiche und wartet auf die Bereitschaft. Jeden kurzen Ball anzugreifen hilft nicht dabei, einen gemeinsamen Rhythmus zu entwickeln.

Sobald ihr zählt, klappt nichts mehr. Beginnt ein kleines Spiel mit vertrautem Zuspiel und großzügigen Bereichen. Ein neuer Aufschlag, Punkte und schwierige Platzierungen auf einmal verändern die Aufgabe erheblich. Fügt diese Anforderungen schrittweise hinzu. Ein unruhiger erster Satz macht das vorherige Üben nicht wertlos.

Womit du beim nächsten Mal beginnst

Wähle die Stufe, auf der du gerade etwas verändern kannst. Ist die eigene Ballkontrolle noch unsicher, bleibe beim Aufspringen und Treffen. Gelingt ein einzelner Rückschlag, versuche den kurzen Ballwechsel. Hilfreich ist eine Aufgabe, bei der du unterscheiden kannst, warum sich ein Ball gut und der andere unangenehm angefühlt hat.

Für eine kurze Videoaufnahme steht die Kamera sicher außerhalb des Spielfelds und zeigt möglichst beide Spieler. Schau zuerst auf das Zuspiel, den Abstand beim Treffen und die Vorbereitung danach. Untersuche ein wiederkehrendes Problem. Du brauchst nicht die Bewegung eines Profis Bild für Bild nachzubauen.

Wiederhole zum Abschluss die einfache Übung, die dir heute geholfen hat. Vielleicht bekommt dein Partner jetzt endlich Zeit für seinen Rückschlag. Vielleicht schaffen deine Füße bereits von selbst etwas mehr Platz. Halte diese Beobachtung fest und knüpfe beim nächsten Training daran an. Zunächst soll aus dem ersten Schlag ein wirklicher Ballwechsel werden.